In einer Sitzung erforschen wir als erstes, was du von unserer gemeinsamen Arbeit für dich mitnehmen willst. Das klingt vielleicht einfach, doch zeigt die Erfahrung, dass dieser erste Schritt - sich ehrlich gegenüber zu treten und zu formulieren, was man möchte - schon eine Herausforderung sein kann. Häufig wollen wir einfach unsere Symptome loswerden. Doch wozu wäre das denn gut? Womit versuchst du da gerade in Verbindung zu kommen? Ein Anliegen könnte sein, dass du dich besser mit deinen Bedürfnissen verbinden möchtest, oder dass du die Kapazität dazu entwickeln möchtest, Grenzen zu setzen und für dich selbst zu sorgen. Die Anliegen, denen ich begegne, sind so vielfältig wie die Menschen, die sie mitbringen.
Sobald wir dein Anliegen formuliert haben, werden wir neugierig darauf, was dem in den Weg gerät. Welche emotionalen Automatismen halten dich davon ab, deinem authentischen Wunsch nachzugehen? Welche Ängste schlummern hier im Unterbewusstsein? Welche alten Anpassungen und Strategien erhalten den Status Quo aufrecht?
Dabei ist der Prozess nicht rein kognitiver Natur. Meiner Meinung nach ist es nämlich essentiell, sich selbst nicht nur zu verstehen, sondern primär zu fühlen und zu verkörpern. Wenn wir in ein verkörpertes Gefühl des Selbstmitgefühls und der Akzeptanz für uns finden, eröffnet uns das plötzlich ganz neue Handlungsspielräume. Plötzlich ist es vielleicht nicht mehr nötig, die ganze Zeit performen zu müssen oder sich klein zu machen oder möglichst unauffällig zu bleiben. Plötzlich reicht es dann einfach aus, mit sich selbst aufzutauchen.