Ich habe einen Masterabschluss in Klinischer Psychologie und mich während meines Studiums auf Sexualstörungen und Verhaltenssüchte spezialisiert – insbesondere auf den Zusammenhang zwischen Pornografiekonsum und Emotionsregulation. Mit der Zeit fiel mir etwas Entscheidendes auf: Viele Menschen, die unter Angst, geringem Selbstwert, emotionaler Leere, Beziehungsproblemen oder fehlender Motivation leiden, erkennen nicht, dass ihr pornografisches Konsumverhalten ein zentraler Faktor hinter diesen Problemen sein kann.
Pornografie ist keine bloße Gewohnheit. Sie kann still und schleichend beeinflussen, wie wir Sexualität, Intimität, Belohnung und sogar uns selbst erleben. Für viele Männer wird sie zu einem Weg, mit Einsamkeit, Stress, emotionaler Überforderung oder dem Gefühl des „Nicht-genug-Seins“ umzugehen – und verstärkt damit genau die Probleme, vor denen sie fliehen wollen. Dieser Kreislauf ist schmerzhaft, aber er ist veränderbar.
Meine Arbeit zielt darauf ab, Menschen zu helfen zu verstehen, warum sie feststecken – nicht aus Schuld oder Scham, sondern mit Klarheit und Neugier. Wenn wir die zugrunde liegenden Muster gemeinsam betrachten, erkennen viele meiner Klienten beispielsweise:
- „Ich fühle mich nicht wirklich lebendig.“
- „Ich habe viel zu tun, komme aber nicht voran.“
- „Ich habe Interessen, aber keinen Antrieb.“
- „Ich fühle mich Menschen nah, aber nicht wirklich verbunden.“
- „Ich weiß, ich könnte mehr aus meinem Leben machen.“
- „Reale Beziehungen überfordern mich, während Fantasie leicht erscheint.“
- „Ich habe Motivation – aber sie hält nie lange an.“
- „Ich weiß, was ich will, aber ich handle nicht danach.“
- „In meinem Kopf passiert viel, aber im echten Leben bewege ich wenig.“
Das sind keine Zeichen von Schwäche. Es sind Spuren eines Gehirns, das sich an eine Form von Stimulation angepasst hat, die natürliche Mechanismen von Intimität, Motivation und emotionaler Verarbeitung überlagert. Man muss sich nicht als „abhängig“ identifizieren, um Hilfe zu suchen. Viele meiner Klienten spüren lediglich, dass etwas in ihrem Leben, ihrer Sexualität oder ihrem emotionalen Erleben nicht stimmt – ohne den Zusammenhang bereits zu sehen.
Meine Aufgabe ist es, dabei zu helfen, diese Verbindung herzustellen, die zugrunde liegenden Muster zu verändern und ein Leben aufzubauen, das authentisch, verbunden und wirklich das eigene ist.
Bevor ich in die Einzelarbeit ging, war ich in der Psychotherapieforschung tätig und habe untersucht, welche Faktoren Therapie unabhängig vom Verfahren wirksam machen. Dieses Wissen nutze ich heute, um evidenzbasierte Methoden mit einer persönlichen, menschlichen Herangehensweise zu verbinden – statt einer starren Orientierung an nur einem Ansatz.
Aktuell arbeite ich mit Menschen, die:
- aus zwanghaftem Pornokonsum aussteigen wollen
- eine gesunde und erfüllende Sexualität aufbauen möchten
- lernen wollen, Emotionen zu verstehen und anders zu regulieren
- Selbstvertrauen, Verbindung und Lebenssinn zurückgewinnen möchten
- ein Leben aufbauen möchten, das ihren Werten entspricht – statt von Algorithmen bestimmt zu werden