In meiner therapeutischen Arbeit im Einzel- und Paarsetting verbinde ich emotionsfokussierte (EFT) und systemisch-lösungsorientierte Ansätze, Schematherapie und achtsamkeitsbasierten Body-Mind-Verfahren (z.B. Focusing, ACT Akzeptanz- und Commitment Therapie).
EFT Emotionsfokussierte Therapie für Paare und im Einzelsetting:
Beziehung und Begegnung sind für jeden Menschen zentral und prägende Erfahrungen. Nirgendwo sonst erleben wir uns in einer vergleichbaren Nähe und Verletzlichkeit. Diese emotionale Vulnerabilität als Stärke und Ressource wahrnehmen und schätzen zu lernen, kann für viele Liebespaare ein Schlüsselmoment in ihrer Beziehung darstellen. Dadurch wird es möglich, in eine neue, tiefere Phase einzutauchen.
EFT ist dabei sehr konsequent erfahrungsorientiert. Das heißt: Wir sprechen nicht nur über Muster und Dynamiken – wir arbeiten live im Moment, wenn sie auftauchen. Typische Phasen dabei:
1) Stabilisieren (De-Esklation)
Wir machen Muster und Dynamik sichtbar, reduzieren Eskalation und schaffen einen Rahmen, in dem wieder emotionale Sicherheit erlebt werden kann. In Konflikten sieht man an der Oberfläche oft nur die „lauten“, Distanz schaffenden Gefühle: Ärger, Kritik, Abwertung, Genervtheit – oder auf der anderen Seite Kälte, Schweigen, Rückzug. EFT hilft, darunter die primären, verletzlicheren Gefühle sichtbar zu machen, die häufig den Stress antreiben und primär Mitgefühl und Anziehung (re-)aktivieren können:
Unsicherheit, Angst, Scham, Alleinsein, das Gefühl „nicht wichtig zu sein“, verletzt zu werden oder den anderen zu verlieren.
Wenn Paare lernen, aus diesem weicheren Ort zu sprechen, verändert sich die Dynamik oft spürbar: Aus Angriff wird ein Kontaktversuch. Aus Rückzug wird ein Schutz vor Überflutung. Aus „Du bist immer…wird „Ich bin gerade allein damit…“
Dies hilft den Konflikt zu entmoralisieren: Es geht nicht mehr um „richtig“ oder „falsch“, sondern um sicheren vs. unsicheren Kontakt.
2) Bindungsbedürfnisse fokussieren (Re-Strukturierung)
Die zweite Phase besteht darin, die vulnerablen Bindungsbedürfnisse auszudrücken – und zwar so, dass der/die andere sie hören und beantworten kann. Hier entstehen oft neue „Momente von Bindung“: kleine, aber entscheidende Erfahrungen von „Du bist da“, „Ich erreiche dich“, „Ich bin nicht allein“.
3) Festigen & in den Alltag übertragen (Konsolidierung)
Die neuen Erfahrungen werden alltagstauglich: Konflikte werden früher erkannt, schneller repariert, und die Beziehung lernt neue Routinen der Verbundenheit.
In diesem Prozess sind wesentliche Erfolgsfaktoren ein sukzessive achtsamerer Umgang mit Bindungsemotionen, erworbenen Bindungsstilen und damit verbunden die Kultivierung emotionaler Intelligenz, die ganz essentiell zu Veränderung und Entwicklung in Paarbeziehungen beitragen.
Systemische Therapie für Individuen:
Die meisten Menschen gehen heutzutage nicht mehr zur Therapie, weil sie zu wenig für sich tun – sondern weil sie oft durchgehend diesen Druck erleben: Sich zu regulieren, zu kontrollieren, optimieren. Häufig fühlt sich das Leben mehr fremd und nach „Funktionieren“ an.
Was dabei verloren geht, ist Resonanz: Ein lebendiger, beweglicher Kontakt zu sich selbst, zu anderen und zur Welt. Beziehung wird in solchen Fällen hart oder distanziert, kostet zunehmend Kraft. Der Kontakt zur Welt und den darin erlebten Rollen wird rigide, verliert an Offenheit, vermisst Leichtigkeit und Lebendigkeit.
Mit empirisch validierten Ansätzen wie Emotionsfokussierte Therapie (EFT), Schematherapie (Teile-Arbeit) und Acceptance & Commitment Therapie (ACT) werden diese relationalen Muster, Dynamiken und Blockaden sichtbar und durch korrigierende Erfahrung und therapeutische Co-Regulation veränderbar.
Traumatherapie / C-PTSD:
Ein traumasensitiver Fokus meiner emotionsfokussierten Arbeit behandelt das komplexe Erleben bei (toxischer) Scham und die Entwicklung eines authentischen Selbstwerts. Hier liegt der Fokus auf einer gesunden Bewältigung und Integration von traumatischen Entwicklungs- und Beziehungserfahrungen wie z.B. emotionaler Neglect und C-PTSD.
Haltung:
Meine Klient:innen unterstütze ich dabei auf Augenhöhe, ihre innere Welt (und Wahrheit) frei zu erforschen um therapeutische Einsichten und persönliches Wachstum zu kultivieren. Diese Selbstwert stärkende Haltung fördert u.a. die Selbstwahrnehmung, Emotionsregulierung und das "Selbstverstehen".
Für die Arbeit mit intensiven Emotionen biete ich einen klaren, systemischen bzw. wertungsfreien Rahmen, der emotionale Validierung, Nähe und eine Haltung von Stärke und Selbstverantwortung in der Begegnung fördert.
Hier ist mir ein kultursensibles und inklusives therapeutisches Umfeld sehr wichtig, in dem sich Menschen mit diversen Wertsystemen und Bedürfnissen willkommen, respektiert und verstanden erleben. Besonders inspiriert und informiert ist meine therapeutische Arbeit u.a. von Prof. Sue Johnson (EFCT), Prof. Eugene Gendlin (Focusing) und Dr. Gabor Maté (traumasensitive Therapie).