Ich bin ausgebildete Pädagogin und arbeite als systemische Beraterin und Therapeutin in freiberuflicher Praxis. Mein Fokus liegt auf der Unterstützung von Menschen, die ihre Lebenssituation, Beziehungen und Alltagsstrukturen besser verstehen möchten, ihre Ressourcen erkennen und Veränderungen gestalten wollen. Besonders beschäftige ich mich mit Themen wie ADHS, Care-Verantwortung, Stress- und Burn-out-Prävention sowie psychischer Gesundheit.
Zuvor war ich viele Jahre als Grundschullehrerin, Montessori-Pädagogin, in der Erwachsenenbildung und zuletzt als Organisationsberaterin tätig. Parallel zu meiner freiberuflichen Tätigkeit arbeite ich als Beraterin und fachliche Leitung in einem Berliner Frauenzentrum, das Frauen mit den Erfahrungen von häuslicher Gewalt begleitet, unterstützt und an Fachstellen weitervermittelt. Diese Arbeit hat meinen Blick für die Bedeutung sicherer Räume geschärft und mein Wissen über relevante Fachstellen und Expert*innen vertieft, an die ich Klient*innen im Bedarfsfall weitervermitteln kann.
In meiner Beratung begegnen mir oft Themen wie innere Unruhe, geringe Impulskontrolle oder Überforderung, häufig im Zusammenhang mit ADHS und psychischen Belastungen im Familien- oder Alltagskontext. Durch meine langjährige Tätigkeit als Lehrerin habe ich zudem Eltern von Kindern mit ADHS begleitet und kann so aus einer praxisnahen Perspektive verstehen, welche Herausforderungen in neurodiversen Familien auftreten können. Heute lebe ich mit meinem Partner und zeitweise mit seinen drei Teenager-Kindern, die ebenfalls teils von ADHS betroffen sind. Diese persönlichen Erfahrungen geben mir einen tiefen, empathischen Blick auf die Dynamiken, die entstehen, wenn Neurodiversität, Care-Arbeit und Alltagsanforderungen zusammentreffen.
Ein besonderes Interesse habe ich daran, wie weiblich sozialisierte Menschen mit ADHS Ausdrucksformen entwickeln, die häufig zu Fehldiagnosen oder einer späteren Erkennung führen. Diese Symptome können sich in Selbstzweifeln, Überanpassung, Perfektionismus, emotionaler Dysregulation oder Burn-out-ähnlichen Zuständen äußern. In meiner Arbeit beziehe ich auch aktuelle Erkenntnisse aus der Traumaforschung und zu Adverse Childhood Experiences (ACEs) ein, die zeigen, wie frühe Belastungen ADHS-Symptome verstärken können.
Queere Lebensrealitäten sowie die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Macht- und Ungleichheitsverhältnissen sind mir ebenfalls vertraut. Ich verstehe Geschlecht und Sexualität als vielfältig, fluide und gesellschaftlich geprägt und beschäftige mich mit der Frage, welchen Einfluss gesellschaftliche Strukturen und Normen auf psychische Belastungen, Störungen und Traumata haben. Besonders wichtig ist mir, in Beratung und Therapie sensibel auf diese Einflussfaktoren zu reagieren und einen Raum zu schaffen, in dem Menschen sich gehört und verstanden fühlen.
Ich verbinde analytisches Denken mit Empathie, Humor und einem wachen Blick für soziale Zusammenhänge. Veränderung beginnt dort, wo Menschen sich selbst und ihr Umfeld besser verstehen. Ich begleite Menschen dabei, Selbstfürsorge, Achtsamkeit und Neurodiversität als persönliche und gesellschaftliche Ressourcen zu erkennen und zu nutzen.