In meiner bisheringen Arbeit habe ich viele Menschen in Phasen begleitet, in denen etwas ins Wanken geraten ist.
Paare, die sich im Kreis drehen oder nicht mehr miteinander sprechen können. Menschen, die sich in Beziehungen verlieren oder nicht mehr wissen, was sie eigentlich möchten. Familien, in denen sich Rollen verschieben, beispielsweise durch Trennung, Überlastung oder neue Lebensphasen.
Dabei habe ich gelernt, wie unterschiedlich sich Konflikte, Nähe-Distanz-Themen oder Entscheidungsprozesse zeigen können und wie viel sich verändern kann, wenn sie weniger vorschnell gelöst, sondern vielmehr verstanden werden.
In der Familienberatung habe ich vor allem mit Dynamiken gearbeitet, die sich über längere Zeit aufgebaut haben: unausgesprochene Erwartungen, wiederkehrende Muster und diffuse, innere Spannungen, die sich nicht einfach klären lassen.
Die Arbeit mit Jugendlichen in Krisensituationen hat mich gelehrt auch dann in Kontakt zu bleiben, wenn es schwierig wird und mit Ambivalenzen zu arbeiten.
Was mich bis heute immer wieder fasziniert, sind die Erfahrungen, in denen Veränderung oft dort beginnt, wo Menschen sich nicht mehr erklären müssen, sondern anfangen, sich selbst besser zu verstehen.
All diese Erfahrungen bilden das Fundament meiner therapeutischen Arbeit: Geduld für Ambivalenzen, Achtung vor Lebensgeschichten und die Überzeugung, dass Veränderung möglich wird, wenn Menschen einen sicheren Raum und Resonanz finden.