Mein Ausgangspunkt ist immer dein Nervensystem. Wenn du seit Langem unter Strom stehst, schlecht schläfst oder körperliche Stresssymptome hast, dann ist das keine Einbildung und kein Mangel an Disziplin. Es ist ein System, das in einen Daueralarm geraten ist und das aus guten Gründen tut, was es tut. Mein erster Schritt ist, das verständlich zu machen. Ich übersetze, was du erlebst, in die neurobiologischen Mechanismen darunter. Das entpathologisiert und nimmt Scham.
Ich glaube nicht an Schulansätze, die man Menschen überstülpt. Mein Werkzeugkasten ist breit, informiert durch IFS, Somatic Experiencing, Polyvagal-Theorie, ACT und Schematherapie. Aber welches Werkzeug wir wann nutzen, hängt davon ab, was dein System gerade braucht, nicht von einer vorgefassten Methode. Wenn dein System chronisch aktiviert ist, arbeite ich anders mit dir, als wenn es in den Rückzug gegangen ist.
Was bei den Menschen, die ich begleite, zuverlässig wirkt, ist strukturiert und körpernah: Atemarbeit, die das Nervensystem wirklich erreicht, kleine konkrete Schritte ins Handeln, Werteklärung, die Arbeit mit inneren Anteilen, das Üben von Grenzen. Was bei stark aktivierten Menschen oft nicht reicht, ist abstrakte Achtsamkeit oder ein weiteres Modell zum Nachdenken. Deshalb bleiben wir nah am Erleben und am Körper.
Ein Prinzip zieht sich durch: Es geht nicht um mehr Kontrolle, sondern um das richtige Maß. Unter Druck versuchen wir, uns härter zusammenzureißen, fester zu greifen, alles zu kontrollieren. Und genau das hält das System oben. Veränderung passiert nicht durch mehr Willenskraft, sondern wenn dein Nervensystem wiederholt einen anderen Zustand erlebt, in dem es sich sicher genug fühlt, um Neues zu lernen. Mein Job ist, diesen Kontext gemeinsam mit dir zu bauen.
Was du nicht erwarten solltest: schnelle Lösungen oder Versprechen in zwei Sitzungen. Nervensystemarbeit braucht Zeit und Wiederholung, nicht nur Technik. Und ich pathologisiere nicht. Du bist nicht kaputt und nicht zu sensibel. Wir arbeiten mit dem System, das du hast, damit dein Körper zur Ruhe kommt, ohne dass du langsamer werden oder weniger wollen musst.