"Das seltsame Paradoxon ist, dass, wenn ich mich so akzeptiere, wie ich bin, ich die Möglichkeit erlange, mich zu verändern.” Carl Rogers
Dieses Zitat von C. Rogers inspiriert mich schon lange in meinem privaten und beruflichen Leben.
Wir alle haben gelernt, Teile von uns abzulehnen, bestimmte Aspekte oder Eigenschaften für nicht gut oder nicht gut genug zu halten. Kommt Ihnen das bekannt vor?
Die Nichtakzeptanz kenne ich persönlich als Mensch und ich erfahre sie täglich in der Arbeit mit Klienten. Sie zeigt sich in der Anstrengung, anders werden zu wollen, als man gerade ist. Besser, entspannter, mutiger, fröhlicher, leistungsfähiger. Ein Kampf zwischen dem was ich gerade bin und einer Idee, wie ich denn sein sollte.
Wer bin ich jedoch, wenn ich mir erlaube so zu sein, wie ich im Moment bin? Wenn ich mir erlaube, meine hellen und dunklen Ecken zu sehen und kennenzulernen.
Das Freudige, das Starke, aber auch das Verletzliche und das Ängstliche. Das alles gehört zu mir und braucht meine Aufmerksamkeit, braucht ein Zuhause in mir. In der therapeutischen Arbeit geht es immer wieder darum, herauszufinden, was durfte schon ein Zuhause in Ihnen finden, was wird noch abgelehnt, nicht gesehen, obwohl es ein Teil von Ihnen ist. Wenn wir immer mehr von uns annehmen, fühlen wir uns vollständiger, wenn wir uns vollständiger fühlen, sind wir stärker und erfüllter. Menschen im Prozess der Ganzwerdung zu begleiten bereitet mir enorme Freude und erfüllt mich.