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Erfahre mehr über PPD: Wochenbettdepression
Die Wochenbettdepression (PPD) ist eine klinische Stimmungsstörung, die sich nach der Geburt entwickelt. Sie unterscheidet sich vom "Baby Blues", einer kurzen Phase von Weinerlichkeit und Stimmungsschwankungen, die sich meist innerhalb von zwei Wochen nach der Geburt von selbst löst. PPD ist anhaltender, intensiver und lässt sich nicht ohne Unterstützung überwinden.
Sie kann jederzeit im ersten Jahr nach der Geburt beginnen, entwickelt sich aber meist schon in den ersten Wochen oder Monaten. Die Wochenbettdepression, wie sie im deutschsprachigen Raum auch genannt wird, betrifft einen erheblichen Anteil frischgebackener Eltern, einschließlich Väter, nicht gebärender Partner:innen und Adoptiveltern. Sie ist kein Zeichen von Versagen als Elternteil, und sie ist behandelbar.
PPD zeigt sich oft von Person zu Person unterschiedlich, was mit ein Grund ist, warum sie unerkannt bleibt. Sie sieht nicht immer wie Traurigkeit aus. Manche erleben sie vor allem als Taubheit, Distanz zum Baby, anhaltende Sorge oder die Unfähigkeit, sich zu erholen, selbst wenn Gelegenheit dazu da wäre.
Zu den Kernsymptomen können gehören:
- gedrückte Stimmung oder anhaltende Traurigkeit, die sich durch Ruhe oder Unterstützung nicht bessert
- das Gefühl, vom eigenen Baby losgelöst zu sein oder keine Bindung aufbauen zu können
- aufdringliche Gedanken, die belastend oder untypisch für dich wirken
- Schlafprobleme, selbst wenn das Baby schläft
- Veränderungen bei Appetit, Konzentration oder Gedächtnis
- das Gefühl, überfordert, hoffnungslos oder nicht mehr in der Lage zu sein, alles zu bewältigen
- Rückzug von Partner:in, Familie oder engen Freund:innen
- verstärkte Angst, auch um die Gesundheit oder Sicherheit des Babys
Mehrere Therapieansätze zeigen gute Evidenz bei Wochenbettdepression. Welcher am besten passt, hängt davon ab, wie sich PPD zeigt, ob Angst oder ein Geburtstrauma eine Rolle spielen, und was du dir für die Arbeit wünschst.
KVT: Kognitive Verhaltenstherapie gehört zu den am besten erforschten Ansätzen bei PPD. Sie hilft, die Gedankenmuster zu erkennen und zu unterbrechen, die gedrückte Stimmung und Selbstkritik aufrechterhalten, und zeigt starke Evidenz sowohl bei mittelschweren als auch bei schweren Ausprägungen.
Gesprächspsychotherapie bietet einen nicht-direktiven Raum, in dem es darum geht, ohne Bewertung gehört zu werden. Sie kann besonders hilfreich sein, wenn die Erfahrung, Elternteil zu werden, Fragen zu Identität, Selbstwert oder bisher nicht hinterfragten Erwartungen aufgeworfen hat.
Psychodynamische Therapie erkundet, wie frühere Erfahrungen, einschließlich Bindungsgeschichte und Familienmustern, die aktuelle Erfahrung der Elternschaft prägen. Sie kann bei PPD helfen, die in tieferliegenden Beziehungsthemen wurzelt.
EMDR (Eye Movement Desensitisation and Reprocessing) kann relevant sein, wenn sich PPD mit einem Geburtstrauma überschneidet. Für Eltern, die die Geburt als beängstigend oder belastend erlebt haben, kann traumafokussierte Arbeit Teil der Gesamtbehandlung sein.
Bei schwerer PPD hilft oft eine Kombination aus Therapie und Medikation, abgestimmt mit einer ärztlichen Praxis oder Psychiater:innen. Therapie und Medikation schließen sich nicht aus, und bei vielen Menschen führt beides zusammen zu besseren Ergebnissen als eines allein.
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